Thema: Besprechungen

ATV informiert mehr als der ORF

ORF1 liegt mit einem Anteil von drei Prozent "fernsehpublizitischer Sendungen" (=Informationsprogramme) weit unterhalb des schweizerischen Fernsehens SF1 (77Prozent!!!!!!!!!!!!!!!! !) und der ARD (43%!!!!), ZDF (54%!!!!) und ATV (5%). Dies ein Ergebnis aus der Studie "TV-Programmanalyse - Fernsehvollprogramme in Österreich 2006", die von der Rundfunkregulierungs-Gesel lschaft in Auftrag gegeben wurde, die unter der Leitung des Salzburger Publizitik-Professors Jens Woelke bearbeitet wurde. Die Studie ist unter folgener URL downloadbar: Studie Zweif el an Methodik und Aussagekraft Okay, ich bin Naturwissenschaftler. Aber in dieser Studie haben sich die Studienautoren den Zeitraum von Montag, 3. April 2006, 3 Uhr, bis Montag, 10. April 2006, 3 Uhr angeschaut und daraus ihre Schlüsse gezogen. Die Wissenschaftler in meinem Institut haben Beobachtungszeiträume von ein bis zwei Jahren. EINE WOCHE, was kann das schon aussagen. Nicht, dass ich jetzt groß den ORF verteidigen will,  mehr...

Hands-On Guide for Science Communicators

So der Titel eines neues Buches - hat das schon jemand gelesen?? Aus einer Beschreibung: The book is designed for full-time science communicators working in communication offices in scientific institutions as well as scientists, decision-makers, journalists, teachers, science amateurs and others with an interest in science communication. It provides detailed information about the communication process, visual and written communication tips and a scientists' checklist for interviews. You will find an overview of the science-communication production chain, practical advices on how to draft press releases, produce printed material, plan websites and shoot videos. The book also addresses the issue of crisis communication and credibility in science communication. (aus den xplora-News: http://www.xplora.org/ww/e n/pub/xplora/news/) The Hands-On Guide for Science Communicators A Step-by-Step Approach to Public Outreach Lindberg Christensen, Lars Publisher: Springer 2007, XVI, 274 p. mehr...

Das Regierungsprogramm neu verhandeln

Endlich einmal ein Regierungsprogramm mitverhandeln können (auch wenn es keine Auswirkungen hat). Nachdem es die Grünen nicht geschafft haben, irgendeinen Nutzen aus den mühsamen Verhandlungen von Rot/Schwarz zu ziehen (sich profilieren sieht anders aus), haben sie jetzt die Aktion "Neuverhandeln" (www.neuverhandeln.at) gestartet, wo nach dem wikipedia-Prinzip jeder das Regierungsprogramm umschreiben kann. Ich habe mir ein paar Punkte von Wissenschaft angesehen und die veränderte Version mit dem Original verglichen. Hinsichtlich der Akademikerquote wurde gefordert, die Absolvent/innen von berufsbildenden höheren Schulen sowie pädagogischen Akademien (Hochschulen) als Akademiker/innen aufzunehmen (reine Kosmetik?). An der Uni wird gefordert den "Mittelbau" stärker in die universitäre Selbstverwaltung einzubinden und den Universitätsrat abzuschaffen sowie eine andere Aufgabentrennung von fh und uni. Besonders interessant für mich die  mehr...

Weitergesagt.at

Das Online-Magazin weitergedacht.at versorgt euch jede Woche mit spannenden Reportagen und interessanten Berichten aus ganz Europa. Hier werden auch österreichische Themen aufgegriffen und in einem europäischen Kontext „weitergedacht“. Schreibt die Redaktion, bestehend aus acht jungen Journalisten. Ich habe es jetzt 2 Wochen verfolgt und muss sagen: ambitioniert (nicht im politischen Sinne: Der Koralmtunnel ist ein ambitioniertes Projekt, wo jeder aber weiß, dass es Schwachsinn ist) und ausbaufähig. Zuerst zum ambitionierten Teil: gute Buch- und Filmbesprechungen; wie heute über den Film "Mein bester Freund" und die Serie „27 Books - LiteraTour durch Europa“. Sie lenken auch den Blick auf nicht so im Vordergrund stehende Themen wie heute zur Rolle von Liechtenstein oder ProtestSongContest07. Jetz t zu ausbaufähig: Viele Themen habe ich schon irgendwo gelesen und in den Beiträgen fehlt mir dann wirklich das "weitergedacht",  mehr...
will Peter Faulstich mit seinem Sammelband zu öffentlicher Wissenschaft aufzeigen. Die 16 AutorInnen kommen überwiegend aus dem Bereich Erwachsenenbildung und geben dem Band einen ziemlich pädagogischen Drall. Aber einige der Beiträge sind für WissenschaftskommunikatorI nnen interessant: Einleitend erläutert der Herausgeber Begriffe und Konzepte rund um Wissenschaft, Öffentlichkeit und Popularisierung. Er spannt den Bogen von Traditionen der Popularisierung zu rezenten Bestrebungen und Erscheinungen zu spannen und propagiert Historisches als Inspiration für die Gegenwart. Weil Wissenschaft die „angemessene Form der Interpretation von Welt“ sei, müsse die historische „Einheitlichkeit von Wissenschaftlichkeit und Verständlichkeit“ wieder hergestellt werden. Wer im 19. Jahrhundert wirklich Zugang zu wissenschaftlichem Wissen hatte, wird nicht gefragt. Andreas Daum zeigt, dass die Geschichte der Popularisierung von Wissenschaft  mehr...

Mit Herzblut geschrieben, unkonventionell präsentiert

Dass WissenschaftlerInnen Ihre Arbeiten mit Herzblut verfassen wird oft vorausgesetzt. Und dass sie ihre komplexen Ergebnisse möglichst komplex darlegen – vor allem, wenn es um Kultur- und Sozialwissenschaften geht – gehört jedenfalls im deutschsprachigen Raum zum guten Ton. Die Ergebnisse eines Studienprojekts zum Thema „Symbolik des Herzens“ am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien werden auf Kalenderblättern präsentiert. Die StudentInnen hatten Gelegenheit, forschend zu lernen und die Möglichkeiten und Grenzen von Wissenschaftspopularisieru ng auszuloten. Der Wandkalender, erläutert die Projektleiterin Elisabeth Timm, hat eine lange Geschichte als Belehrungsinstrument und populäres Medium zur Aufklärung der sogenannten einfachen Leute. Den Kalender „Herz 2007“ versteht sie als Versuch, neue Formate und Formen der Präsentation von Wissenschaft außerhalb der Universität  mehr...

Mit Reisen fängt man Journalisten?

Ein Thema, das bei uns schon ausführlich Thema war, griff die Initiative Qualität im Journalismus (IQ) für eine Veranstaltung auf: Vermischung von klassischem Journalismus und PR-getriebenen Inhalten. Die üblichen Verdächtigen: beiderseitiges Abhängigkeits- und Erpressungsverhältnis von Journalismus und PR; Zeitungsartikel werden von PR-basierten Inhalten ohne zusätzliche Recherche dominiert; Essenseinladungen, Pressereisen oder Geschenke. Irgendwie ernüchternd, auch die Wortmeldungen. Hier der gesamte Presse-Artikel mehr...

Blogs zu Natur und Umwelt

Ich bin auf der Suche nach Blogs, die sich mit Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit beschäftigen. Kennt jemand welche? Tipps wären sehr hilfreich. mehr...

Wissenschaft ausstellen ist schwer > Fortsetzung

... Kritische Stimmen (z. B. Dieter Simon/der angegführte link ist leider tot) weisen darauf hin, dass heute ein Verstehen wissenschaftlicher Inhalte nicht mehr zu fordern sei und Popularisierung kein Ziel. Viele PUSH-Aktionen geraten zu Werbekampagnen, die KonsumentInnen Wissenschaft und Technik näher bringen sollen. Museen und Ausstellungen lavieren in Zusammenhang mit Wissenschaft zwischen Event und „Belehrungsschau“. Lepeni es’ Ideal ist das „Konstruktruktivistische Museum“. Dieses Museum ist reflexiv und kontextualisiert. Seinen KuratorInnen ist bewusst, dass das präsentierte Wissen begrenzt und vorläufig ist und: Sie machen dieses Bewusstsein deutlich. Den Wissenskorpus stellen sie immer in bestimmte Kontexte, zu diesen gehören auch BesucherInnen (die Bedeutung von BesucherInnenforschung und Evaluation wird deshalb im Buch auch skizziert). Als Lernort kann das Museum nur funktionieren, wenn es sich am Publikum orientiert –  mehr...

Wissenschaft ausstellen ist schwer

Die Psychologin Annette Lepenies war für die Ausstellung „Alt & Jung. Das Abenteuer der Generationen“ mitverantwortlich, die 1997/98 im „Deutschen Hygiene Museum“ in Dresden zu sehen war. Einige Jahre später reflektiert sie ihre Erfahrungen damit und beschreibt am konkreten Beispiel Prozesse der Wissensvermittlung und des Wissenserwerbs im Museum. Sie diskutiert dabei Versuche – auch historische –, Wissenschaft in Ausstellungen und Museen öffentlichkeitswirksam darzustellen und befasst sich mit dem Thema Public Understanding of Science and Humanities (PUSH) allgemeiner. Das Buch „Wissen vermitteln im Museum“ ist nicht brandneu (2003), aber interessant und – im Vergleich zur eher schwierigen museologischen Literatur – verständlich geschrieben und praxisorientiert (ohne auf theoretische Fundierung zu verzichten). > Rezension weiter lesen mehr...