Greenpeace, Global 2000 & grüne Gen-Ängste
von taschwer am 13. Mrz, 00:03
Auf Ö1 gab es kürzlich ein hörenswertes Radiokolleg über Qualitätsjournalismus. Eine der vielen interessanten Thesen, die in der Sendung geäußert wurden und bei mir hängen blieben: In Zukunft würden die NGOs in Sachen profunder, investigativer Recherchen und glaubwürdiger Informationsbereitstellung möglicherweise die bisherige Rolle der Qualitätsmedien übernehmen. Hat was, dachte ich mir leicht irritiert.
Den leibhaftigen Gegenbeweis erlebte ich dann am Donnerstag Abend. Da luden die Grünen im Wiener Rathaus unter dem (nicht wirklich selbstironisch gemeinten) Titel "Wer hat Angst vorm bösen Gen?" zu einer Diskussionsveranstaltung mit ExpertInnen aus der Wissenschaft, von NGOs und den Grünen selbst. Insbesondere die beiden Gentechnik-Experten von Global 2000 und Greenpeace demonstrierten dabei eindrucksvoll, dass die gleichen Argumente und schlampige Recherchen nicht besser werden, wenn man sie seit Jahr und Tag bzw. dann auch noch live bei der Veranstaltung wiederkäut. Monsantos genverändertes Patent-Soja erhöhte den Herbizid-Einsatz, deshalb sei grüne Gentechnik samt und sonders böse, böse, böse. Und außerdem sei eine (eigene) kritische Studie auf der Homepage von dialog<>gentechnik nicht zitiert. Und immer noch nicht zitiert.
Die Molekularbiologin Renée Schroeder, die eigentlich von der roten Gentechnik kommt , hat die doppelt grünen Gentechnik-Expertinnen am Podium so locker in die Tasche gesteckt, dass ein anwesender "interessierter Bürger" (glaubhafte Eigendefinition) sich lautstark über die "intellektuelle Unterforderung und Verarschung" seitens der Grün-NGOler aufregte - und nicht wenig Beifall dafür erntete. Vor allem aber: während sich die Wissenschafterinnen am Podium durchaus offen für gute Argumente zeigten und sogar für eine kritischere Betrachtung der "roten" Gentechnik seitens Greenpeace & Co. aussprachen, stellten die Grün- und NGO-VertreterInnen nachhaltig unter Beweis, dass ihre Positionen und ihre Genangstmache wider bessere Argumente anscheinend für immer einbetoniert sind.
P.S.: Meine letzte Hoffnung, dass sich daran etwas ändern könnte, besteht im übrigen darin, dass – apropos Qualitätsjournalismus – Hans Dichand vielleicht doch irgendwann ins (natürlich genfreie) Gras beißen könnte. Aber ich fürchte, bis dahin ist die Verteufelung grüner Gentechnik endgültig österreichische Staatsreligion geworden. In Ewigkeit, Amen!
P.P.S.: Meine Spenden für Global 2000 und Greenpeace werde ich nach der Diskussion für’s erste einmal aussetzen. Solange deren Qualitätsjournalismus-toppende Expertise darin besteht, solche "informationen" bei öffentlichen Diskussionen beizusteueren oder, wie kürzlich geschehen, die Kronenzeitung exklusiv darin zu beraten, dass etwaige unterirdische CO2-Einlagerungen zur Verlangsamung des Klimawandels deshalb des Teufels seien, weil es in einem afrikanischen See zu einem CO2-Austritt gekommen sei, der mehr als tausende Menschen getötet habe, brauchen die tiefschürfenden, investigativen Recherchen dafür echt nicht mit meinem Geld mitfinanziert sein.
Den leibhaftigen Gegenbeweis erlebte ich dann am Donnerstag Abend. Da luden die Grünen im Wiener Rathaus unter dem (nicht wirklich selbstironisch gemeinten) Titel "Wer hat Angst vorm bösen Gen?" zu einer Diskussionsveranstaltung mit ExpertInnen aus der Wissenschaft, von NGOs und den Grünen selbst. Insbesondere die beiden Gentechnik-Experten von Global 2000 und Greenpeace demonstrierten dabei eindrucksvoll, dass die gleichen Argumente und schlampige Recherchen nicht besser werden, wenn man sie seit Jahr und Tag bzw. dann auch noch live bei der Veranstaltung wiederkäut. Monsantos genverändertes Patent-Soja erhöhte den Herbizid-Einsatz, deshalb sei grüne Gentechnik samt und sonders böse, böse, böse. Und außerdem sei eine (eigene) kritische Studie auf der Homepage von dialog<>gentechnik nicht zitiert. Und immer noch nicht zitiert.
Die Molekularbiologin Renée Schroeder, die eigentlich von der roten Gentechnik kommt , hat die doppelt grünen Gentechnik-Expertinnen am Podium so locker in die Tasche gesteckt, dass ein anwesender "interessierter Bürger" (glaubhafte Eigendefinition) sich lautstark über die "intellektuelle Unterforderung und Verarschung" seitens der Grün-NGOler aufregte - und nicht wenig Beifall dafür erntete. Vor allem aber: während sich die Wissenschafterinnen am Podium durchaus offen für gute Argumente zeigten und sogar für eine kritischere Betrachtung der "roten" Gentechnik seitens Greenpeace & Co. aussprachen, stellten die Grün- und NGO-VertreterInnen nachhaltig unter Beweis, dass ihre Positionen und ihre Genangstmache wider bessere Argumente anscheinend für immer einbetoniert sind.
P.S.: Meine letzte Hoffnung, dass sich daran etwas ändern könnte, besteht im übrigen darin, dass – apropos Qualitätsjournalismus – Hans Dichand vielleicht doch irgendwann ins (natürlich genfreie) Gras beißen könnte. Aber ich fürchte, bis dahin ist die Verteufelung grüner Gentechnik endgültig österreichische Staatsreligion geworden. In Ewigkeit, Amen!
P.P.S.: Meine Spenden für Global 2000 und Greenpeace werde ich nach der Diskussion für’s erste einmal aussetzen. Solange deren Qualitätsjournalismus-toppende Expertise darin besteht, solche "informationen" bei öffentlichen Diskussionen beizusteueren oder, wie kürzlich geschehen, die Kronenzeitung exklusiv darin zu beraten, dass etwaige unterirdische CO2-Einlagerungen zur Verlangsamung des Klimawandels deshalb des Teufels seien, weil es in einem afrikanischen See zu einem CO2-Austritt gekommen sei, der mehr als tausende Menschen getötet habe, brauchen die tiefschürfenden, investigativen Recherchen dafür echt nicht mit meinem Geld mitfinanziert sein.



Zwei Welten
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100312_OTS0182/gruene-wienlachkovics-oeffentliches-geld-fuer-desinformation-ueber-gentechnik
Also für diese höchst fragwürdige OTS...
"Zwei Welten" ist gut. Ich würde sagen: "Ein grüner Gentechnik-Dschihad".
Klar sind viele Geschäftspraktiken von Monsanto verwerflich (etwa dass es dabei nur die ProduzentInnen und nicht die VerbraucherInnen geht), und klar gäbe es längst bessere Produkte als die, die seit Jahren am Markt sind. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass aufgrund der rauflizitierten Sicherheitsmaßnahmen die Zulassungskosten für ein neues Produkt geschätzte 30 Millionen Euro betragen (was sich wieder nur Monsanto und Co. leisten können). Das sind wichtige Probleme der Landwirtschaftspolitik, der Globalisierung, des Patentrechts etc. und die müssen als solche diskutiert werden. Aber bitte nicht gleich die gesamte Gentechnik mitverdammen!
ich finde es schon schade,