Der Wissenschafter des Jahres wundert sich
von taschwer am 2. Feb, 11:15
Noch ein kleiner Beitrag zur Diskussion um die Kriterien, nach denen die Auszeichnung "Wissenschafter des Jahres" vergeben wird. Diesmal vom heute Ausgezeichneten selbst, dem wissenschaftlich hoch verdienten Quantenphysiker Rudolf Grimm von der Universität Innsbruck. Langsam wird es ein bisschen peinlich.
Frage: Waren Sie sehr überrascht, dass Sie von den Mitgliedern des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zum österreichischen Wissenschafter des Jahres gewählt wurden?
Rudolf Grimm: Ja, ich war total überrascht. Ich hab mir dann angeschaut, an wen diese Auszeichnung verliehen wird – nämlich an Forscherinnen und Forscher, die sich „besonders um die leicht verständliche Vermittlung ihrer Arbeit verdient gemacht und damit auch das Image der österreichischen Forschung in der breiten Öffentlichkeit gehoben haben“. Da musste ich schon überlegen, warum ausgerechnet ich diesen Preis gekriegt habe und was der Grund für die Auszeichnung gewesen sein könnte.
P.S.: Dabei war Grimm ja einmal ein echter Popstar: Als Mitglied einer der höchst gelobten Bands der Neuen Deutschen Welle, nämlich: Bärchen und die Milchbubis, vgl. http://www.baerchen-und-die-milchbubis.de/Seite11.html
Frage: Waren Sie sehr überrascht, dass Sie von den Mitgliedern des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten zum österreichischen Wissenschafter des Jahres gewählt wurden?
Rudolf Grimm: Ja, ich war total überrascht. Ich hab mir dann angeschaut, an wen diese Auszeichnung verliehen wird – nämlich an Forscherinnen und Forscher, die sich „besonders um die leicht verständliche Vermittlung ihrer Arbeit verdient gemacht und damit auch das Image der österreichischen Forschung in der breiten Öffentlichkeit gehoben haben“. Da musste ich schon überlegen, warum ausgerechnet ich diesen Preis gekriegt habe und was der Grund für die Auszeichnung gewesen sein könnte.
P.S.: Dabei war Grimm ja einmal ein echter Popstar: Als Mitglied einer der höchst gelobten Bands der Neuen Deutschen Welle, nämlich: Bärchen und die Milchbubis, vgl. http://www.baerchen-und-die-milchbubis.de/Seite11.html



aber auch der subtext: "ich habe mich nicht um die leicht verständliche vermittlung gekümmert ... - also warum bekomme ich den preis???"
außer vielleicht dafür, dass er ein herausragender wissenschaftler ist und ein spitzeninstitut der öaw mit-dirigiert.
ich schließe mich taschwers fragen an: was ist also das kriterium für den preis?
Selbst wenn man mit dem Verfahren und einzelnen Geehrten unzufrieden ist, sollte man anerkennen, dass auch der Preis (bzw. die entsprechende Berichterstattung) zumindest ein wenig beiträgt, Wissenschaft zu popularisieren (pfui!).
Jedenfalls erscheint es mir etwas billig, einerseits auf den Klub und den Preis hinzuhauen und andererseits auf den Zug aufzuspringen und "zufälligerweise" zeitgleich ein langes Interview zu bringen, weil Herr Grimm ja doch Relevantes zu sagen hat. Sorry, aber sehr glaubwürdig erscheint mir die Argumentation nicht.