1.: Ja, es ist befremdlich, dass hier PRler und Journis in einem Boot/Verein sitzen, incl. die angesprochene Schwierigkeit bei der Wahl zum WS des Jahres.
2.: Der Club ist ein Spiegel der Branche, das zeigt sich an verschiedenen Stellen:
Wie ich vernehme, hat auch SciMedia keinen Unterschied zwischen PR und Journis gemacht, versprochen wurde Ausbildung für beides.(Offenbar war das eine Pionierleistung, siehe http://www.message-online.com/101/schnedler.html).
Wie hier zu lesen war, fiel diese Entscheidung aufgrund von Marktbeobachtung. Eh nachvollziehbar, gibt halt mehr PR als Journi-Jobs. Trotzdem nicht sehr gscheit/sauber. Und ja, es wurde ja "reflektiert", haben Absolventen hier geschrieben, geschenkt.
Und: Selbst ansonsten sehr unabhängige Verlage bringen Magazine in Kooperationen zB mit Ministerien heraus. Unter Beteiligung von ansonsten sehr unabhängigen Journalisten.
3.: Schlussfolgerung: Beides, der Club und die Branche, die er spiegelt, sind in schlimmem Zustand.
4.: Ein Club ist nur so gut wie seine Mitglieder. Intl. Vernetzung findet auch statt, indem zB auf Einladungen von Partnerorganisationen geforewardet werden. Darüber hinausgehende Initiativen scheitern an der einfachen, ersten Frage: "Wer kann das übernehmen?"
In diesem Sinne: Haben Sie als Mitglied versucht, "Wissenswerte Österreich" auf die Beine zu stellen? Haben Sie was Besseres organisiert. als dieses offenbar unsägliche Eisstockschmusen? Wären Sie bereit gewesen, für eine Reform der Wahl zum WdJahres etliche durchdiskutierte Abende zu investieren?
5.: Die heute anstehende Wahl wäre Ihre Möglichkeit gewesen, den Verein zu verbessern, zB sich selbst gemeinsam mit einer Reformtruppe aufstellen, die Wahl gewinnen und dann die von Ihnen richtig benannten Großbaustellen anzugehen. Statt dessen machen Sie sich empört gackernd vom Acker.
Übrigens nicht nur Sie: Bizarrer Weise gibt es bis heute nur einen einzigen Wahlvorschlag – die gewohnte Truppe wird also weitermachen.
Das ist einerseits schade&fade weil es keine großen Reformen erwarten lässt. Und das ist andererseits gut, weil diese Typen wenigstens bereit sind, ihre Freizeit für ihre Eitelkeit und die Sache (in welcher Reihenfolge auch immer) zu opfern.
6.: Full Disclosure: Ich bin seit kurzem Mitglied in dem Verein, ärgere/wundere mich über die gleichen Sachen wie Sie und bin ebenfalls zu lahm, um zu versuchen, diese Missstände zu ändern.
Spasday
taschwer - 20. Jan, 18:28
Zu Punkt 4: Ich bin womöglich nicht in den richtigen Mailverteilern gewesen, aber Vernetzungen sind an mir eher vorübergegangen.
Ob es eine extra Wissenswerte in Österreich braucht, weiß ich nicht. Man müsste dort halt zumindest auch irgendwie vertreten sein. Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob eine SciCom sein muss. Ich weiß aber von den drei deutschen KollegInnen, die das als ihren hauptberuflichen Job betreiben (!), dass man an mehr "Kooperation" mit Österreich interessiert ist. (Über diesen Blog ist übrigens eh schon das eine oder andere zustande gekommen...)
In Sachen "Wahl zum Wissenschafters des Jahres" gab es nicht nur von mir, sondern einigen ORF-KollegInnen schriftlich eingereichte Kritik und Reformvorschläge. Die sind aber nicht einmal beantwortet worden.
Zu Punkt 5: Womöglich hätte ich es mir mit dem (sehr lange geplanten) Austritt eh noch einmal überlegt, wenn ich früher als vorgestern erstmals von der Veranstaltung und dem Wahlvorschlag erfahren hätte. Andererseits bin ich, zugegeben, im Hinblick auf die Reformierbarkeit des Klubs mehr als skeptisch. Ich fürchte, da gibt es eine ziemlich tiefe Kluft und allzu viel Unverständnis zwischen den Generationen.
zum Thema SciMedia: ich fand die enge Verkettung von PR und Journalismus oft schwierig, aber letztendlich wurde tatsächlich viel reflektiert (und was soll das "geschenkt" andeuten? Die Reflexion ist doch das eigentlich Wesentliche daran, dass man es nicht einfach hinnimmt, sondern ganz im Gegenteil: ständig in Frage stellt, ständig diskutiert....) - und nach wie vor diskutieren wir im Verein SciCo, der ja aus SciMedia hervorging, viel über das Spannungsfeld PR und Journalismus. Ja, es diskutieren PRlerInnen mit JournalistInnen, die gemeinsam in einem Verein sind (was soll daran so schlecht sein?) und besprechen unangenehme Abhängigkeiten und weisen auf Unvereinbarkeiten hin.
Ich sehe es als große Errungenschaft von SciMedia (vorallem, wenn ich mir die unzufriedenen Statements über "den Klub" durchlese), dass beide Berufsgruppen in einem Verein sind und die Fragestellungen von mehreren Seiten behandeln können.
So viel zur Reflexion, die nicht geschenkt sondern hart erarbeitet wurde.
PS: sonst: volle Übereinstimmung... und vielen Dank für die deutlichen, wichtigen Fragen!
-->In diesem Sinne: Haben Sie als Mitglied versucht, "Wissenswerte Österreich" auf die Beine zu stellen? Haben Sie was Besseres organisiert. als dieses offenbar unsägliche Eisstockschmusen? Wären Sie bereit gewesen, für eine Reform der Wahl zum WdJahres etliche durchdiskutierte Abende zu investieren?<---
Nein, nichts dergleichen unternommen? Na dann: warum soll sich "der Klub" ändern? Eben. Danke, völlig richtig.
Marti - 5. Feb, 14:17
"Die Sachgebiete Bildung, Schulwesen und Schulreform, Wissenschaft, Hochschulen und Forschung in den Massenmedien wirkungsvoll zu fördern" ist natürlich eine ein wenig veraltete Sicht auf den Wissenschaftsjournalismus, sie entspricht aber zum Großteil nach wie vor der Realität. Ebenso die Verflechtung von Journalismus und PR, wie sie SciMedia und SciCo widerspiegeln. Sollten sich diese beiden Berufsgruppen je einmal klar trennen lassen, wäre ich dafür, dass jede einen eigenen Verein bekommt, damit dieses ewige Hickhack endlich aufhört bzw. offen ausgetragen werden kann. Ansonsten finde ich mit jupe, dass ein Klub nur so gut ist wie seine (aktiven) Mitglieder.
Offenes Posting zu einem Weltereignis
2.: Der Club ist ein Spiegel der Branche, das zeigt sich an verschiedenen Stellen:
Wie ich vernehme, hat auch SciMedia keinen Unterschied zwischen PR und Journis gemacht, versprochen wurde Ausbildung für beides.(Offenbar war das eine Pionierleistung, siehe http://www.message-online.com/101/schnedler.html).
Wie hier zu lesen war, fiel diese Entscheidung aufgrund von Marktbeobachtung. Eh nachvollziehbar, gibt halt mehr PR als Journi-Jobs. Trotzdem nicht sehr gscheit/sauber. Und ja, es wurde ja "reflektiert", haben Absolventen hier geschrieben, geschenkt.
Und: Selbst ansonsten sehr unabhängige Verlage bringen Magazine in Kooperationen zB mit Ministerien heraus. Unter Beteiligung von ansonsten sehr unabhängigen Journalisten.
3.: Schlussfolgerung: Beides, der Club und die Branche, die er spiegelt, sind in schlimmem Zustand.
4.: Ein Club ist nur so gut wie seine Mitglieder. Intl. Vernetzung findet auch statt, indem zB auf Einladungen von Partnerorganisationen geforewardet werden. Darüber hinausgehende Initiativen scheitern an der einfachen, ersten Frage: "Wer kann das übernehmen?"
In diesem Sinne: Haben Sie als Mitglied versucht, "Wissenswerte Österreich" auf die Beine zu stellen? Haben Sie was Besseres organisiert. als dieses offenbar unsägliche Eisstockschmusen? Wären Sie bereit gewesen, für eine Reform der Wahl zum WdJahres etliche durchdiskutierte Abende zu investieren?
5.: Die heute anstehende Wahl wäre Ihre Möglichkeit gewesen, den Verein zu verbessern, zB sich selbst gemeinsam mit einer Reformtruppe aufstellen, die Wahl gewinnen und dann die von Ihnen richtig benannten Großbaustellen anzugehen. Statt dessen machen Sie sich empört gackernd vom Acker.
Übrigens nicht nur Sie: Bizarrer Weise gibt es bis heute nur einen einzigen Wahlvorschlag – die gewohnte Truppe wird also weitermachen.
Das ist einerseits schade&fade weil es keine großen Reformen erwarten lässt. Und das ist andererseits gut, weil diese Typen wenigstens bereit sind, ihre Freizeit für ihre Eitelkeit und die Sache (in welcher Reihenfolge auch immer) zu opfern.
6.: Full Disclosure: Ich bin seit kurzem Mitglied in dem Verein, ärgere/wundere mich über die gleichen Sachen wie Sie und bin ebenfalls zu lahm, um zu versuchen, diese Missstände zu ändern.
Spasday
Ob es eine extra Wissenswerte in Österreich braucht, weiß ich nicht. Man müsste dort halt zumindest auch irgendwie vertreten sein. Ich bin mir nicht einmal ganz sicher, ob eine SciCom sein muss. Ich weiß aber von den drei deutschen KollegInnen, die das als ihren hauptberuflichen Job betreiben (!), dass man an mehr "Kooperation" mit Österreich interessiert ist. (Über diesen Blog ist übrigens eh schon das eine oder andere zustande gekommen...)
In Sachen "Wahl zum Wissenschafters des Jahres" gab es nicht nur von mir, sondern einigen ORF-KollegInnen schriftlich eingereichte Kritik und Reformvorschläge. Die sind aber nicht einmal beantwortet worden.
Zu Punkt 5: Womöglich hätte ich es mir mit dem (sehr lange geplanten) Austritt eh noch einmal überlegt, wenn ich früher als vorgestern erstmals von der Veranstaltung und dem Wahlvorschlag erfahren hätte. Andererseits bin ich, zugegeben, im Hinblick auf die Reformierbarkeit des Klubs mehr als skeptisch. Ich fürchte, da gibt es eine ziemlich tiefe Kluft und allzu viel Unverständnis zwischen den Generationen.
Ich sehe es als große Errungenschaft von SciMedia (vorallem, wenn ich mir die unzufriedenen Statements über "den Klub" durchlese), dass beide Berufsgruppen in einem Verein sind und die Fragestellungen von mehreren Seiten behandeln können.
So viel zur Reflexion, die nicht geschenkt sondern hart erarbeitet wurde.
-->In diesem Sinne: Haben Sie als Mitglied versucht, "Wissenswerte Österreich" auf die Beine zu stellen? Haben Sie was Besseres organisiert. als dieses offenbar unsägliche Eisstockschmusen? Wären Sie bereit gewesen, für eine Reform der Wahl zum WdJahres etliche durchdiskutierte Abende zu investieren?<---
Nein, nichts dergleichen unternommen? Na dann: warum soll sich "der Klub" ändern? Eben. Danke, völlig richtig.