Je näher der Klimagipfel rückt, desto weniger dürfen die Wissenschaftsjournalisten ran. Immer mehr übernehmen die Politik- und Wirtschaftsprofis die Sache. Wie man es besser macht, zeigen führende Medien wie die New York Times oder der Guardian, die beim internationalen Nummer eins-Thema dieser Wochen ressortübergreifende Teams am Werk haben (auch der einschlägige Nature-Blog sei hier nachgetragen). Mehr dazu in der neuen Ausgabe des WPK-Quarterly (PDF), das dann auch die mir sehr berechtigt erscheinende Frage stellt, wofür es überhaupt ein Wissenschaftsressort noch braucht.

Ohne Lektüre sondern aus eigener Anschauung denke ich: Die Fähigkeiten von Wissenschaftsjournalisten müssten in seriösen Redaktionen eigentlich übergreifend gefragt sein. Ich vermute mal überall, wo die Kollegen mit für Sie unbekannten und schwer einschätzbaren Experten und Expertenwissen zu tun haben, aber viele Medien schmerzt es halt viel zu wenig, von Quellen oder PR-Agenturen über den Tisch gezogen zu werden. Wenn sie die Auswahl und Bearbeitung der belanglosen Forschungsnachrichten Volontären oder Praktikanten überlassen dürften, könnten Wissenschaftsredakteure endlich quer durch Blätter oder Programme dafür sorgen, dass Zusammenhänge und Zahlen stimmen und inhaltliche Kompetenzen aufgebaut (statt gegeneinander ausgespielt) werden. Und schließlich mit der kritischen personellen Masse ihre besondere Kenntnis der Wissenschaftsszene dafür nutzen, genau diese ans eigene Medium zu binden.

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