Allein auf der PK - ein Albtraum in zwei Teilen
von Nobility am 5. Okt, 12:06
Jetzt ist er also Realität geworden, der Albtraum. Heute war ich zum ersten Mal der einzige Journalist auf einer Pressekonferenz. Ich sitze in einem tristen Raum in einer Volkshochschule in der Brgittenau. Mir gegenüber vier Wissenschaftler, alle mit Namensschild, dazu noch die PR-Zuständige mit einem Stapel Presseunterlagen und Kugelschreibern, von denen sie nur je ein Exemplar los wird.
Hätte ich das Thema nicht missverstanden, wäre überhaupt niemand gekommen. Es geht um Virtualität in den Kulturwissenschaften, aber eben nicht oder nur in zweiter Linie um die neuen Medien (das finde ich spannend). Es geht vielmehr um ... ja, um was eigentlich? Darüber muss ich mir jetzt schleunigst Gedanken machen, denn ich soll ja einen Artikel darüber schreiben. Also: ein EU-Projekt wird vorgestellt, es geht um die Bedeutung der Kultur, die Virtualität in unseren Köpfen, also unser Vorstellungsvermögen und gegen die Dominanz der Naturwissenschaften. Nachdem alle viere zu Wort kamen, ist ein Moment Stille. Jetzt sollte ich besser eine kluge Frage stellen. Eine? Am Ende sind es fünf oder sechs. Das war Arbeit.
Irgendwie sympathisiere ich mit dem Anliegen, so schwammig es auch formuliert ist. Aber wo ist die Geschichte, bitte schön? Die Kulturwissenschaften müssen noch viel lernen, vor allem sich besser zu verkaufen. Klar, es wird immer schwieriger Journalisten für PKs zu gewinnen, die Konkurrenz ist groß, kein beneidenswerter Job für die zuständige PR. Aber so geht es nicht. Medientraining sollte obligatorisch werden. Aber erst mal Albtraum, Teil 2: einen Artikel ohne Geschichte schreiben.
Hätte ich das Thema nicht missverstanden, wäre überhaupt niemand gekommen. Es geht um Virtualität in den Kulturwissenschaften, aber eben nicht oder nur in zweiter Linie um die neuen Medien (das finde ich spannend). Es geht vielmehr um ... ja, um was eigentlich? Darüber muss ich mir jetzt schleunigst Gedanken machen, denn ich soll ja einen Artikel darüber schreiben. Also: ein EU-Projekt wird vorgestellt, es geht um die Bedeutung der Kultur, die Virtualität in unseren Köpfen, also unser Vorstellungsvermögen und gegen die Dominanz der Naturwissenschaften. Nachdem alle viere zu Wort kamen, ist ein Moment Stille. Jetzt sollte ich besser eine kluge Frage stellen. Eine? Am Ende sind es fünf oder sechs. Das war Arbeit.
Irgendwie sympathisiere ich mit dem Anliegen, so schwammig es auch formuliert ist. Aber wo ist die Geschichte, bitte schön? Die Kulturwissenschaften müssen noch viel lernen, vor allem sich besser zu verkaufen. Klar, es wird immer schwieriger Journalisten für PKs zu gewinnen, die Konkurrenz ist groß, kein beneidenswerter Job für die zuständige PR. Aber so geht es nicht. Medientraining sollte obligatorisch werden. Aber erst mal Albtraum, Teil 2: einen Artikel ohne Geschichte schreiben.



Linear, transversal, lateral.
“Linear und fachlich eindimensionale, auf Abgrenzung ausgerichtete Dokumentationen gibt es in allen Fachbereichen genug. Was fehlt, ist eine diaskopische, interdisziplinäre Darstellung bzw. Analyse von Forschungsarbeiten, -ergebnissen, -themen. Das generelle Ziel eines (neuen) Forschungsmagazins sollte es sein, den Diskurs in (möglichst transversalen) Themenstellungen abzubilden, um Wissenschafter zu lateralen Perspektiven zu animieren.”
Wenn Kulturwissenschafter so Kommunizieren lernen & lehren dann wundere sich keine und keiner warum Wissenschaft in Österreich keine Begeisterung auslöst. Weder linear, transversal noch lateral.