Was ist die Geschichte?

Diese Frage ist sehr beliebt bei Redakteuren, die schwammige Angebote von freien Mitarbeitern abwimmeln wollen. Die Frage ist mitunter etwas rüde, aber absolut notwendig. Sie zielt auf mehr als das „Thema“ des Artikels. Es geht um den Newswert, aber auch um Einstieg, Aufbau, Dramatis Personae etc. Insofern sind Redakteure nebenberuflich auch Narratologen.
Am Freitag kommen hauptberufliche Narratologen (vulgo: Diskurstheoretiker) nach Wien. An der IFF findet ein Workshop zum Thema „Erzählungen im Öffentlichen“ statt. Nun gut, das wird eher akademisch, dauert dazu noch von 9 bis 18 Uhr, aber drei der vier Vorträge beschäftigen sich explizit mit Journalismus, der von Wilhelm Viehöver (15.45-17 Uhr) gar mit Wissenschaftsjournalismus. Er beschäftigt sich seit Jahren mit den Narrationen des Klimadiskurses, jenen der Medien wie auch der Wissenschaft selber. Könnte eine gute Geschichte werden.

Um Anmeldung wird gebeten bei: gert.dressel@uni-klu.ac.at.

Workshop „Erzählungen im Öffentlichen“
Freitag, 22. September 2006
9.00 – 18.00 Uhr
im IFF Wien

Schottenfeldgasse 29, Stiege 1, SE-Raum, 6. Stock,

Ablauf
9.00 – 9.45 h Begrüßung und Einleitung
(Markus Arnold & Gert Dressel, Abt. f. Kultur- u.
Wissenschaftsanalyse, IFF Wien/Uni Klagenfurt)
9.45 – 11.00 h Margreth Lünenborg (Berlin)
Journalismus als Welterzählung. Zur Narrativität
des Non-Fiktionalen
11.00 – 11.30 h Kaffeepause
11.30 – 12.45 h Jürgen Link (Dortmund)
Kollektivsymbolik und „mittlere Geschichten“:
Über narrative Komplexitätsreduktion im
mediopolitischen Diskurs
12.45 – 14.00 h Mittagspause (Buffet)
14.00 – 15.15 h Reinhard Sieder (Wien)
Der west-christlich-moderne Mythos vom
Familienglück und seine Effekte auf Paarkonflikte,
Trennungen und Elternschaften
15.15 – 15.45 h Kaffeepause
15.45 – 17.00 h Wilhelm Viehöver (Augsburg)
Öffentliche Erzählungen und die Wiederverzauberung
des sublunaren Raumes
17.00 – 18.00 h Abschlussdiskussion und Feedback