Der US – amerikanische Forscher Benjamin Hart erklärte im Fachmagazin „ Philosophical Transactions of the Royal Society B“ die Gleichnisse zwischen der menschlichen und der tierischen Medizin. Erstaunlich wie auch Tiere in der Lage sind Infektionen vorzubeugen, Kranke Artgenossen zu pflegen oder notfalls zu isolieren. Auch nehmen sie ganz gezielt bestimmte Medizin aus natürlichen Mitteln ein, um Krankheiten zu heilen.
Sind beispielsweise Affen erkrankt, dann suchen sie sich bittere Blätter, welche antimikrobiel wirken und fressen diese dann. Auch bei Nagetieren lässt sich ein solch gezieltes Verhalten beobachten. Sie nutzen diese Blätter zum Nestbau und schützen so ihre Nachkommen vor Parasiten.
Auch die Vorbeugung vor Krankheiten wird im Tierreich praktiziert. Beobachten kann man Huftiere, die ihren jüngsten Nachwuchs schon kurz nach der Geburt mit der gesamten Herde zusammenlassen. So werden die Kleinsten vielen Keimen ausgesetzt und ein gutes Immunsystem entwickelt sich. Das Gleiche bezwecken viele Raubtiere, indem sie die mitgebrachte Beute für ihre Jungen, erst über die Erde schleifen und so mit Keimen belasten.
Ist aber dann doch ein Mitglied der Herde oder Gruppe erkrankt, dann wird es entsprechend von den anderen Tieren gepflegt. Selbst wenn die Tiere normalerweise längst weiterziehen würden, verbleiben sie bis zur Genesung bei dem kranken Artgenossen. Auch werden die Kranken gefüttert, gelaust und vor Kälte und Nässe geschützt.
Sogar ein Quarantäne artiges Verhalten sei bei einigen Tieren erkennbar, erklärte Hart. In bestehenden Affengruppen werden fremde Eindringliche bedroht und vertrieben, allerdings ohne, dass es zu Körperkontakten kommt. Ansteckungen durch Gruppenfremde werden so verhindert. Ähnlichen Zweck erfüllt auch der Kannibalismus, wie er zum Beispiel von Raubtieren betrieben wird, wenn kranke Jungtiere gefressen werden. Denn durch dieses, scheinbar grausame Verhalten, wird verhindert, dass auch andere Jungtiere einer Ansteckungsgefahr ausgesetzt werden.
Natürlich können Tiere keine desinfizierenden Mittel aus der Medizin einsetzen. Aber trotzdem kennen sie bestimmte Hygienemaßnahmen. Der Speichel vieler Tiere hat eine antibakterielle und desinfizierende Wirkung. Daher werden Wunden und Körperöffnungen geleckt. Weidende Tiere fressen kein Gras, welches in der unmittelbaren Nähe ihres Kotes wächst. So verhindern sie instinktiv, dass Keime oder auch Würmer wieder aufgenommen werden.
Allerdings ist nur der Mensch wirklich in der Lage, die verschiedenen Methoden systematisch zu kombinieren. Die Grundlagen der heutigen fortschrittlichen Medizin wurden bereits in frühesten Jahren durch unsere Vorfahren gelegt. Alte Heiler wussten um die Wirkung vieler Heilpflanzen und setzen diese schon im alten Ägypten gezielt bei Krankheiten ein.
